Pokern im Wilden Westen

 

Wir wollen in diesem Bereich versuchen, einmal im Monat eine Begebenheit oder einen Charakter im ehemaligen Wilden Westen zu beschreiben, der vielleicht etwas nachdenklich stimmt und verschiedene Mythen in einem anderen Licht erscheinen lässt. Alle Berichte sind als verbrieft zu anzusehen und zum Großteil aus offiziellen Quellen des www zitiert.

 

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Grundsätzlich wäre anzumerken, dass nur Menschen mit viel Freizeit oder schlechtem Charakter dem professionellen Kartenspiel frönen konnten und sicher kein ermüdeter, des Lesens unkundiger Kleinfarmer oder Arbeiter fachlich in der Lage war, sich Theorie und Spielpraxis anzueignen. Somit entwickelte sich daraus der gefragte Berufsspieler (= wenig, jedoch konzentrierte Arbeitszeit, keine schwere Arbeit, hohe Verdienstmöglichkeit, Kontakte zu reichen und einflussreichen Persönlichkeiten etc.) - der auf langen Reisen (Mississippi Flussdampfer, wochenlangen Trails, verschlafenen Minen-Städten - die erst nachts erwachten), gern gesehene Mitreisende bzw. unterhaltsame Gesellschaft darstellten. Nicht sonderlich überraschend, dass es viele Berufsspieler mit hohem Intelligenzgrad (sogar mit abgeschlossenem Studium) und grossem Allgemeinwissen gab, das sie sich beim Reisen von einer Boom-Stadt zur nächsten aneigneten. Natürlich war die Gefahr des Alkoholismus entsprechend hoch. Nicht wenige Spieler gerieten durch Fehlverhalten im Rausch in arge Bedrängnis, waren in Bar-Schlägereien und Schiessereien verwickelt und waren Stammgast in Gefängnissen, um nach der Freilassung die Stadt verlassen zu müssen, um sich ein neues Operationsfeld zu suchen. Nur ganz selten waren mehrere bekannte Spieler zur gleichen Zeit im selben Ort.

 

 

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"Bat" Masterson - Beitrag Mai 2013

 

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William Barclay Masterson, genannt „Bat“ Masterson (* 24. November 1853; † 25. Oktober 1921), war eine legendäre Persönlichkeit des amerikanischen Wilden Westens. Sein abenteuerliches Leben beinhaltete unter anderem Tätigkeiten als Büffeljäger, Kundschafter für die U.S. Army, Glücksspieler, Deputy U.S. Marshal,  sowie als Sportredakteur und Kolumnist für eine New Yorker Zeitung. Zwei seiner  Brüder waren die Ordnungshüter James und Ed Masterson. Bat Masterson erblickte als zweites von sieben Kindern der Iren Thomas und Catharina Masterson, geborene M Gurk, das Licht der Welt. Geburtstag, -ort und -vorname Mastersons sind aufgrund widersprüchlicher Dokumente nicht völlig klar. Am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass er als William Barclay Masterson am 24. November 1853 in Henryville im kanadischen Québec geboren wurde. Für diese Annahme spricht, dass die dortige Kirche seine Taufunterlagen und die seiner Kinder verwahrt. Zudem wurde Masterson 1870 bei einer Volkszählung in St. Claire County, Illinois als Bartholomaeus Masterson, Alter 17, geboren in Kanada, aufgeführt. Bei einer späteren Volkszählung behauptete er hingegen, er stamme aus Illinois.

 

Masterson wuchs auf verschiedenen Farmen in New York, Illinois, Kansas und Québec auf. Gemeinsam mit seinen Brüdern Ed und Jim verließ er in seinen späten Teenagerjahren den Bauernhof der Familie in Kansas, um Büffeljäger zu werden. Während er ohne seine Brüder weiterreiste, wurde er 1874 in die zweite Schlacht bei Adobe Walls in Texas verwickelt. Dort kämpfte Masterson, gemeinsam mit knapp 30 weiteren Büffeljägern, in einem Handelsposten verschanzt, siegreich gegen etwa 700 bis 1000 Indianer. Daraufhin war Bat Masterson einige Zeit Kundschafter der U.S. Army in einem Feldzug gegen Kiowa- und Comanche-Indianer. Die erste Schießerei, in die Bat Masterson verwickelt wurde, fand in Sweetwater (später Mobeetie), Texas, im Jahre 1876 statt. Er wurde, angeblich wegen eines Mädchens, von einem Mann angegriffen, dem er im Gefecht tödliche Wunden zufügte. Doch auch Masterson selbst blieb nicht unverletzt. Eine Kugel traf ihn ins Becken und die daraus resultierende Verletzung zwang ihn, für den Rest seines Lebens einen Gehstock zu verwenden. Im Jahr 1877 schloss sich Masterson in Dodge City, Kansas seinen Brüdern Ed, dem hiesigen stellvertretenden Sheriff, und Jim, mittlerweile Mitbesitzer eines Saloons, an. Doch schon bald nach seiner Ankunft geriet Masterson mit dem Marshal der Region, wegen der Behandlung eines in Gewahrsam zu nehmenden Mannes, aneinander. Er wurde inhaftiert und musste eine Strafe bezahlen, die ihm später allerdings vom Stadtrat zurückerstattet wurde. Danach arbeitete Masterson an der Seite des Hilfs-Sheriffs Wyatt Earp als dessen Stellvertreter und wurde innerhalb weniger Monate zum Bezirkssheriff von Ford County, Kansas gewählt.

 

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Masterson kämpfte daraufhin in Colorado auf der Seite der Atchison, Topeka and Santa Fe Railway gegen die Denver and Rio Grande Western Railroad, blieb jedoch Bezirkssheriff, bis er 1879 aus seinem Amt gewählt wurde. Zur gleichen Zeit war Mastersons Bruder Ed Marshal von Dodge City, wo er am 9. April 1878 während der Ausübung seiner Pflicht getötet wurde. In den darauf folgenden Jahren verdiente sich Bat Masterson seinen Lebensunterhalt als Glücksspieler (er soll einer der besten Pokerspieler seiner Zeit gewesen sein) und bereiste dabei einige der legendärsten Städte des Wilden Westens. Außerdem besuchte er Wyatt Earp in Tombstone, Arizona, und reiste nur kurz vor der berühmten Schießerei am O. K. Corral weiter. Masterson war in dieser Zeit zudem ein Jahr lang Marshal von Trinidad, Colorado. 1883 nahm Bat Masterson am sogenannten Dodge City Krieg teil, einem unblutigen Machtkampf, in den auch viele Revolverhelden auf beiden Seiten verwickelt waren. Gegen 1889 lebte Masterson in Denver, Colorado wo er gemeinsam mit Soapy Smith einen erfolglosen Wahlbetrugsversuch unternahm. Im Gegensatz zu Smith, der aufgrund dieses Skandals aus der Stadt vertrieben wurde, blieb Masterson jedoch in Denver, kaufte dort das Palace Variety Theater und heiratete am 21. November 1881 die Schauspielerin Emma Walters. Im Jahr 1882 leitete er den Denver Exchange Club in Creede, Colorado und setzte danach seine Reisen durch die aufblühenden Städte im Westen fort. Seinen Lebensunterhalt verdiente Masterson neben dem Glücksspiel mit dem Promoten von Preis-Boxkämpfen. Außerdem eröffnete er den Olympic Athletic Club, um den Boxsport zu vermarkten. Kurz nach der Jahrhundertwende, im Jahr 1902, verließ Bat Masterson den Wilden Westen und ging nach New York City, wo er seine Arbeit als Gesetzeshüter fortsetzte. Präsident Theodore Roosevelt selbst setzte Masterson auf Anraten seines Freundes Alfred Henry Lewis als Stellvertreter des U.S. Marshals des südlichen Stadtgebiets von New York, William Henkel, ein. Roosevelt hatte Masterson zu verschiedenen Anlässen getroffen und sich mit ihm angefreundet. Masterson teilte in den Folgejahren seine Zeit zwischen dem Schreiben für den New York Morning Telegraph und der Wahrung des Friedens im Gerichtssaal, wann immer die U.S. Staatsanwaltschaft eine Verhandlung durchführte, auf.

 

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Im Jahr 1909 wurde Masterson jedoch vom neu gewählten Präsidenten William Howard Taft seines Amtes enthoben. Dies geschah im Zuge von Tafts Bemühungen, alle öffentlichen Positionen von Unterstützern der Regierung Roosevelts zu befreien. Daraufhin kehrte Bat Masterson 1910 ein letztes Mal nach Dodge City zurück. Bat Masterson starb im Alter von 67 Jahren am 25. Oktober 1921. Zu dieser Zeit lebte und arbeitete er in New York City. Kurz nachdem er seine letzte Kolumne für den New York Morning Telegraph verfasst hatte, erlitt er an seinem Schreibtisch einen Herzinfarkt. Sein Leichnam wurde zu Campbells Funeral Parlor überführt und nach einem einfachen Gottesdienst in der Woodlawn Cemetery in der Bronx, New York beigesetzt. Über der Inschrift seines großen Granitgrabsteins „Loved by Everyone“ („Von Jedem geliebt“) steht sein voller Name „William Barclay Masterson“.

 

Es gibt verschiedene Theorien, wie William Barclay Masterson zu seinem Spitznamen „Bat“ kam. Die einfachste Erklärung lautet, dass es sich dabei um eine Kurzform seines Vornamens Bartholomew handelt. Das würde die Theorie stützen, dass Bat Materson ursprünglich als Bartholomew Masterson das Licht der Welt erblickte. Etwas anschaulicher ausgeschmückte Annahmen gehen hingegen davon aus, dass sich der Spitzname auf Mastersons obligatorischen Gehstock bezieht. Diesen setzte er in Kämpfen angeblich des Öfteren als Schläger (Englisch auch „bat“) ein, was ihm zu seinem Spitznamen verholfen haben soll. Außerdem gibt es die Theorie, dass sich „Bat“ aus der in dieser Zeit gebräuchlichen Kurzform für Boxer ableitet. Diese wurden, abgeleitet aus dem englischen Wort für kämpfen („battling“) bzw. Schlacht („battle“), ebenfalls häufig „Bats“ genannt. Der Spitzname würde dann insbesondere Bezug auf Mastersons Arbeit als Boxpromoter während seines Aufenthalts in Denver nehmen.

 

Bat Masterson hatte zu seinen Lebzeiten einen Ruf als Revolverheld, der ihm weit voraus eilte. Allerdings tötete Masterson nur einen Gegner in einem direkten Gefecht (die Opfer des Kampfes in Adobe Walls nicht einbezogen) und führte damit ein vergleichsweise harmloses Leben. So wird Bat Masterson in der Encyklopedia of Western Gunfighters mit lediglich drei Schießereien und eben jenem getöteten Widersacher gelistet. Verglichen mit anderen berühmten Revolverhelden des Wilden Westens, zum Beispiel Billy the Kid, John Wesley Hardin oder "Wild" Bill Hickok, weist er damit einen relativ schwachen Rekord auf. Dass er dennoch als Revolverheld bekannt wurde, verdankte er hauptsächlich seiner Fähigkeit, sich selbst in Szene zu setzen.

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Wyatt Berry Stapp EARP - Beitrag April 2013

 

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Wyatt Earp wurde am 19. März 1848 in Monmouth, Illinois, geboren. Sein Vater war ein ehrenhafter Distrikts-Richter. Er hatte drei Brüder: Virgil, Morgan und Warren. Alle vier hatten die unterschiedlichsten Berufe. So arbeiteten sie z. B. als Postkutschenfahrer, Kartendealer, Kellner, Polizist, Kneipenwirt, Stallknecht und Gelegenheitsarbeiter. Größtes Ziel von Wyatt Earp war es, in irgend einer Rinderstadt als Sheriff zu arbeiten. Dieses Ziel hatte er aber nie erreicht, da er bei jeder Wahl zur unglücklichsten Zeit kam. So wurde er in den verschiedensten Städten nur als einfacher Polizist eingestellt. Nachdem er seine 1. Frau nach 3 Jahren Ehe durch Tuberkulose verloren hatte, versoff er sich total. In Wichita z. B. wurde er als Hilfs-Sheriff wieder entlassen, weil er bei der Neuwahl zum Marshal auf seinen Gegenkandidaten geschossen und Gelder veruntreut hatte. Sein ganzes Leben bewegte er sich immer am Rande des Gesetzlichen, wenn nicht gar jenseits davon. In Missouri stahl er Pferde und wäre wahrscheinlich gehängt worden, wenn es ihm nicht gelungen wäre, aus dem Gefängnis auszubrechen. Auch in Dodge City wurde er nur als einfacher Polizist eingestellt, weil er zuerst zu spät kam, und die spätere Marshal-Wahlen wegen zuviel Härte verlor. Schließlich ging er am 1. Dezember 1879 mit seiner ganzen Sippe nach Tombstone, in der Hoffnung dort als Sheriff arbeiten zu können. Aber auch hier kam er zu spät. Der erste County Sheriff John Behan war gerade gewählt worden. Lediglich sein Bruder Virgil Earp war zeitweilig Town-Marshal von Tombstone. Daraufhin eröffneten Wyatt und seine anderen Brüder Spieltische, und machten diverse Gelegenheitsarbeiten und erspielten sich Minen-Anteile. Ihre Frauen arbeiteten als Wäscherinnen für die Minenarbeiter.

 

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Im Jahre 1880 begann eine Serie von Postkutschenüberfällen, und einige Indizien sprachen dafür, dass Wyatt Earp Anführer einer Bande war, die sich aus den Earp-Brüdern und der Clanton-Familie zusammensetze. Außerdem soll ein gewisser Doc Holliday dabei gewesen sein, der Wyatt Earp 1876 in Dodge City mit dem Colt das Leben rettete. Als am 15. März 1881 eine Postkutsche überfallen und 80.000 Dollar geraubt wurden, verdächtigte man Doc Holliday, den Kutscher ermordet zu haben. Daraufhin lenkte Wyatt Earp den Verdacht sehr geschickt auf die Clanton-Brüder, die wiederum damit drohten, vor Gericht zu gehen, um Beweise für alle Überfälle vorzulegen und als Kronzeugen aufzutreten. Am OK Corral in Tombstone standen sich aus diesem Grunde am 26. Oktober 1881 die Earp-Brüder und Doc Holliday auf der einen Seite, und die Clanton-Brüder Ike und Billy, sowie die McLaury-Brüder Tom und Frank auf der anderen Seite gegenüber. Es war der Beginn eines der wohl berühmtesten Revolverduelle im Wilden Westen. Es gibt viele Versionen, wie dieses Duell abgelaufen sein soll. So wie in vielen Kinofilmen hat es jedenfalls nicht statt gefunden. Ike Clanton und Tom McLaury sollen unbewaffnet gewesen sein und auch nur vorgehabt haben, sich mit den Earp-Brüdern auszusprechen. Diese sollen ihre Gegner jedoch aufgefordert haben, die Hände hoch zu nehmen, was sie dann auch taten. Daraufhin sollen die Earp-Brüder das Feuer eröffnet haben. Das ganze Duell hatte ca. 30 Sekunden gedauert und geschah aus nächster Nähe. Die beider McLaury-Brüder wurden sofort tödlich getroffen. Billy Clanton, der zweimal getroffen war, gelang es noch, Virgel und Morgan Earp zu verletzten, bevor er starb. Auch Doc Holliday wurde verwundet. Nur Wyatt Earp und Ike Clanton gingen aus dem Gefecht unverletzt hervor. Morgan Earp wurde später durch einen Schuss durch ein Saloon-Fenster hinterrücks erschossen, und Virgil Earp wurde bei einem Anschlag verletzt. Es wird angenommen, dass ein gewisser Frank Stilwell den Mordanschlag auf Morgan Earp begangen haben soll. Andere glaubten, ein gewisser John Ringo sei für die Tat verantwortlich gewesen. Ein Gericht bestätigte später, dass die Earp-Brüder und Doc Holliday im Kampf am OK Corral als Deputy-Marshals aufgetreten seien, und so wurden sie von der Mordanklage freigesprochen. Einige Monate später begegneten Wyatt Earp und Doc Holliday Ike Clanton an einer Bahnstation. Anwesend war auch Frank Stilwell, der schließlich von Wyatt Earp nach einer kurzen Verfolgungsjagd erschossen wurde.

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Stilwells Tod war der Beginn eines Krieges, in dessen Verlauf eine ganze Reihe von Männern durch Wyatt Earp und Doc Holliday niedergemetzelt wurden. Einer dieser Männer war der Revolvermann und Killer Curly Bill Brocius, den Wyatt Earp bei einer Wasserstelle bei Iron Springs tötete. Später ging Wyatt Earp nach San Diego in Kalifornien, wo er eine Zeit lang als Grundstücks-Makler tätig war. Anschließend begab er sich nach Alaska und eröffnete dort einen Saloon in den Goldfeldern von Nome. Sein ganzes Leben lang war er gerne nahe dem Rotlicht-Milieu, er war 3-mal verheiratet und war neben Berufsspieler auch Rausschmeisser, Goldgräber, Zuhälter, Hotelbesitzer, Büffeljäger, Farmer, Kutscher und einmal sogar Referee bei einem Boxkampf (Fitzsimmons vs. Tom Sharkey) auch in Hollywood versuchte er sich als Regieassistent für Cowboyfilme bei John Ford, bei dieser Gelegenheit lernte er auch den jungen Marion Morrison (später John Wayne) kennen. Schließlich kehrte er jedoch zurück und verdiente seinen Lebensunterhalt im Bergbaugeschäft in der Nähe von Needles. Seine letzten Jahre verbrachte er in Los Angeles, wo er am 13. Januar 1929 im Alter von 81 Jahren starb. Wyatt Earp wurde in Colma, Kalifornien, auf einen kleinen jüdischen Friedhof (seine geliebte Frau Josey war Jüdin) begraben. Wyatt Earp dürfte wohl der härteste und furchtloseste Berufspieler im "Wilden Westen" gewesen sein. Obwohl er keiner noch so kleinen Auseinandersetzung aus dem Weg gegangen war, wurde er nie durch eine Kugel verletzt - auch hier hatte er immer Glück !!

 

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Alice Ivers Tubbs, alias „Poker Alice“ (1851-1930) - Beitrag März 2013

 

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Wahrscheinlich war sie die bekannteste Pokerspielerin im "Wilden Westen". Alice immigrierte aus Devonshire (UK) als kleines Mädchen mit ihren Eltern nach Virginia, wo sie eine rennomierte höhere Haushalts-Schule besuchte. Als Teenager zog sie mit ihrer Familie in die silberträchtige Gegend von Leadville, Colorado. Dort lernte sie den Minen-Ingenieur Frank Duffield kennen, den sie mit 20 heiratete. Mit ihrem leidenschaftlich Poker spielenden Gatten zog sie berufsbedingt von Camp zu Camp und von Spielhalle zu Spielhalle. Zunächst geziemend hinter ihrem Gatten das Spiel beobachtend, nahm sie bald aktiv am Spiel teil und zeigte auch viel Talent als Dealer bei Poker und Faro. Da sie sehr modebewusst und zigarrenrauchend auftrat und mit ihrer Grösse, langen Wimpern und blauen Augen überdurchschnittlich hübsch war, war es für sie ein Leichtes, ihr Leben nach dem tragischen Tod ihres Mannes (Minenexplosion 3 Jahre nach ihrer Heirat) alleinstehend als „Casino-Lady“ zu gestalten. Nach einigen Jahren Tingelei im Staate Colorado verschlug es sie nach Silver City, NM, wo sie die Bank des legendären „Gold Dust Gambling House“ sprengte und weit über die Grenzen bekannt wurde. Jahre später kehrte sie nach Creede, Colorado zurück, wo sie im „Bob Ford’s Saloon“ als Dealer und Gambler arbeitete (genau jener Bob Ford, der vorher Jesse James heimtückisch ermordete). Schlussendlich führte sie ihr Weg um 1900 nach Deadwood, SD. Hier lernte sie den Anstreicher Warren G. Tubbs kennen, der als Nebenjob Dealer in einer Spielhalle war. Sie verliebten sich und heirateten wenig später. Bekannt ist auch, dass Alice einem alkoholisierten Miner, als er ihren Gatten mit dem Messer angreifen wollte, lächeld in die Hand schoss, um ihren Mann zu verteidigen. Später erstand das Ehepaar eine kleine Farm in der Nähe von Sturgis am Moreau River. 1910 verlor ihr Gatte Warren den Kampf gegen die Tuberkulose und Alice musste ihren Ehering versetzen um das Begräbnis bezahlen zu können. Gerüchte besagen, dass sie nach dem Begräbnis in die Spielhalle ging und das Geld für den Ring wieder zurückgewann. Später bezeichnete sie die Zeit auf der kleinen Farm als glücklichste, zufriedenste Zeit ihres Lebens. Da sie wieder für ihren Lebensunterhalt aufkommen musste, hatte sie keine andere Wahl, als jemanden für die Farm zu finden (George Huckert, den sie später aus Kostengründen heiratete und der auch nach 3 Jahren Ehe starb) und wieder in Spielhallen zu arbeiten. Jahre später – während der „Prohibition“ eröffnete sie einen Saloon „Poker Palace“ zwischen Sturgis und Fort Meade. Sie bot neben Spiel und Alkohol auch „Mädchen“ an. Eines Tages randalierte ein betrunkener Soldat und begann die Einrichtung zu demolieren. Alice zog ihren 38-er und erschoss den Mann. Kurz danach wurde sie verhaftet und ins Gefängnis gebracht, wo sie Zigarren rauchend die Bibel studierte und auf ihren Prozess wartete. Das Gericht entschied auf Selbstverteidigung und sprach sie frei. Ihr Saloon wurde jedoch geschlossen. Nun bereits in ihren 70-ern, Schönheit und Anmut längst vergangen – hatte sie hart ums nackte Überleben zu kämpfen. Da sie nicht mehr die Figur und das gebührende Aussehen für schöne Mode hatte, zog sie einfache Männerkleidung vor. Immer wieder eröffnete sie Bordelle und wurde wegen Wiederholungstäterschaft ins Gefängnis gesteckt. Als 75-jährige wurde sie dann vom Gouverneur pardoniert. Im Alter von 79 musste sie sich einer Gallenoperation unterziehen und verstarb am 27. Februar 1930 an aufgetretenen Komplikationen. Sie wurde in Sturgis, SD, begraben. Es wird berichtet, dass sie etwa 250.000 $ beim Pokern gewonnen hat, ohne jemals falsch gespielt zu haben. Einer ihrer Lieblingssprüche war „ ... preise den Herrn und bring’ Deinen Einsatz - ich werde Dein Geld ohne jegliches Bedauern nehmen“.

 

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Calamity Jane - Beitrag Februar 2013

 

Calamity Jane wurde im Jahre 1848 in Princeton, Missouri, geboren. Ihr richtiger Name war Martha Jane Canary. Ihre Eltern stammten aus Ohio, und sie war die Älteste von 6 Kindern. Martha Jane war eine der wenigen Frauen, die durch eine Lebensweise berühmt wurde, die eigentlich nur den Männern vorbehalten war. Sie verhielt sich wie ein Mann und trat häufig in Männerkleidung auf. Sie trank viel, fluchte gern und war ein meisterhafter Schütze, auch beim Pokerspiel war sie eine Klasse für sich. Im Jahre 1865 zog ihre Familie von Missioui über den Overland Trail nach Virginia City in Montana. Während der fünf Monate langen Reise verbrachte Martha Jane viel Zeit damit, mit den Männern auf die Jagd zu gehen. Hier erlernte sie den Umgang mit Pferden, und sie entwickelte sich bald zu einer für ihr Alter ungewöhnlich guten Reiterin. Nach einiger Zeit konnte sie besser reiten, als so mancher Cowboy. Als ihre Mutter im Jahre 1866 starb, zog die Familie kurze Zeit später nach Utah. Hier starb ein Jahr später auch ihr Vater, und Marha Jane war nun das Oberhaupt der Familie. Sie nahm jeden Job an, um ihre Brüder und Schwestern zu ernähren, und dabei arbeitete sie häufig viele Stunden. Viele Männer wären nicht in der Lage gewesen, dieses harte Pensum zu erfüllen.

Seit 1870 nahm Martha Jane als "Mann" an den Feldzügen gegen die Indianer teil. Sie erwies sich hier als draufgängerischer und mutiger Soldat, konnte aber ihr Geheimnis nicht lange verbergen. Während der Feldzüge, die sie mit den verschiedensten Generälen unternahm, erhielt sie auch ihren Spitznamen "Calamity Jane". Später traf sie in Fort Laramie den berühmten Marshal und Revolverheld William Hickok, besser bekannt unter dem Namen Wild Bill. Beide gingen 1876 zunächst als Spieler nach Deadwood, South Dakota. Es gab viele Geschichten über die beiden. Ob sie aber eine intime Beziehung miteinander hatten oder gar verheiratet waren, ist nicht bewiesen. Am 12. August 1876 wurde Wild Bill Hickok in Deadwood von Jack McCall durch einen Kopfschuss in einem Saloon getötet. (von hinten aus kürzester Distanz in den Kopf geschossen, fiel er auf sein Blatt - 2 schwarze Asse und 2 Achter, die 5. Karte ist nicht bekannt, das seit damals als "Deadman's Hand" bezeichnet wird.

Im Jahre 1877 verließ Martha Jane Deadwood und ging mit der 7. Kavallerie nach Bear Butte Creek. Dann zog sie 1878 nach Rapid City, um dort ihr Glück als Spieler und Goldsucherin zu versuchen, hatte dabei aber wenig Erfolg. Anschließend, im Jahre 1879, beförderte sie Fracht von Rapid City nach Fort Pierce und Passagiere von Fort Pierce nach Sturgis.

Nachdem sie in den 1880er Jahren mehrere US-Staaten aufgesucht hatte, ging sie schließlich nach Texas und heiratete im August 1885 den Texaner Clinton Burk. Am 28. Oktober 1887 wurde sie Mutter eines kleinen Mädchens. Im Jahre 1889 verließ die Familie Texas und zog nach Boulder Colorado, wo sie bis 1893 ein Hotel führte. Danach reiste die Familie durch mehrere US-Staaten wie Wyoming, Montana, Idaho, Washington, Oregon und South Dakota.

Viele Berichte über Martha Janes aufregende Abenteuer kamen von ihr selber. So gibt es keine Beweise über deren Wahrheitsgehalt. Dennoch wurde sie von den Städtern im Osten als "Heldin von 1000 spannenden Abenteuern" gefeiert. Im Jahre 1903 starb Martha Jane Canary als arme Frau in Deadwood. Ihr letzter Wunsch war, neben "Wild Bill" Hickok begraben zu werden, was schliesslich auch geschah. Der Trauerzug, der ihrem Sarg folgte, soll der größte gewesen sein, der in der Stadt bekannt wurde.

 

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"Wild Bill" Hickok - Beitrag Jänner 2013

 

James Butler Hickok wurde am 27. Mai 1837 in Troy Grove geboren. Im Alter von 18 Jahren verließ er die Farm seiner Eltern in Illinois und ging in den Westen. 1861 erschoss er bei einem Duell drei Mitglieder der McCanless-Bande in Rock Creek. Von da an erhielt er den Namen "Wild Bill". Bei der Armee diente er als Scout, und im Bürgerkrieg als Spion und als Indianerspäher. Hickok war ein schießwütiger Revolvermann und Killer. Er soll in 10 Jahren 43 Männer erschossen haben. Er selber nahm es mit der Wahrheit aber nicht so genau, und will nach seinen eigenen Angaben über 100 Männer getötet haben. Hickok kleidete sich äußerst "Modisch". Über seiner karierten Hose und einer Seidenweste trug er einen Prinz-Albert-Rock. Zeitweise soll er sogar ein Korsett getragen haben, um seine Figur zu betonen.

 

Am 15. April 1871 wurde Hickok Marshal von Abilene. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Tom Smith, der Konflikte mit den Fäusten löste, war Hickok bereit, sofort zu schießen und zu töten. Außerdem war er die meiste Zeit im Saloon beim Kartenspiel anzutreffen. Abilene war die erste große Rinderstadt im Westen. So wurden in diesem Jahr ca. 600.000 Rinder von 4.500 Cowboys verladen. Damit sollte - wie in jedem Jahr - eine turbulente Zeit in der Stadt beginnen. Von nun an war sie normalerweise der Tummelplatz von Banditen und Revolvermänner. Aber jeder wusste, das Hickok nicht zimperlich mit Ruhestörern umging. Aus diesem Grunde, und weil er das von seinem Vorgänger eingeführte Waffenverbot strickt durchsetzte, blieb es relativ ruhig in Abilene. Hickok hatte ein gesundheitliches Problem, das er für sich behalten musste. Er hatte grauen Star. Sein Sehvermögen war wegen der Linsentrübung stark eingeschränkt. Hätte man davon gewusst, wären seine Tage gezählt gewesen.

 

Am 9. Oktober 1871 betrat Hickok den Bulls Head Saloon von Phil Coe. Hickok hatte eine persönliche Animosität gegen Phil Coe. Als die beiden Männer in Streit gerieten, richtete Coe seinen Revolver auf Hickok. Im gleichen Moment zog er seine Waffen und erschoss Coe, aber auch seinen Hilfspolizisten Mike Williams, der zur Tür herein kam und von Hickok - möglicherweise wegen seiner Sehbehinderung - für einen Angreifer gehalten wurde. Nach diesem Vorfall, und nachdem die ansässige Zeitung von einer gerechten Strafe sprach, war die Empörung sehr groß. Einflussreiche Rinderkönige entschlossen sich, ihre Rinderherden nicht mehr in Abilene verladen zu lassen. Geschäftsgespräche wurden spontan abgebrochen und die Cowboys verließen die Stadt, ohne weiter Geld auszugeben. Daraufhin wurde Hickok von den Stadtväter am 12. Dezember 1871 entlassen. Nachdem er Marshal von Hays wurde, sich bei Buffalo Bills Western Circus beteiligte, und am 5. Mai 1876 die Zirkusbesitzerin Agnes Lake heiratete, wurde er am 12. August 1876 in Deadwood von Jack McCall durch einen Kopfschuss von hinten in einem Saloon beim Pokerspiel getötet. Sein Körper fiel nach vorne und begrub sein Blatt unter sich (2 schwarze Asse und 2 Achter, die 5.Karte ist nicht bekannt). Heute noch wird dieses Blatt „Dead Man’s Hand“ bezeichnet.

 

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